Montag, 9. April 2012

Greenland Eyes Film Festival 2012


Vom 24. bis zum 30. April präsentiert sich die aktuelle Film- und Kulturszene Grönlands im Rahmen des Greenland Eyes International Film Festival im Kino Arsenal in Berlin.
Dabei ist der Blick von Greenland Eyes nicht nur aufs Eis gerichtet: Das Festival will einen Einblick in die komplexe Gesellschaft des heutigen Grönland jenseits gängiger Repräsentationen einer menschenleeren sublimen Eiswüste und eines "Eskimo-Exotismus" ermöglichen. Denn in Grönland – so wird es in den ausgewählten Filmen deutlich – verbinden sich Natur und Kultur, spektakuläre Landschaften und urbane Räume, Robbenfang und Playstation.

Eine grönländische Filmproduktion gibt es erst seit wenigen Jahren. Ein Großteil der Filmschaffenden sind Autodidakten, die oft gleichzeitig als Produzenten, Regisseure und Schauspieler tätig sind. Ihre Filme, die noch nie in Deutschland zu sehen waren, brechen in Grönland Besucherrekorde, so z.B. der erste grönländische Film in Spielfilmlänge, die Coming-of-age-Geschichte aus einer westgrönländischen Kleinstadt "Tikeq, Qiterleq, Mikileraq, Eqeq-Qoq" ("Forefinger, Middle Finger, Ring Finger, Little Finger", 2008), eine Komödie um den titelgebenden Antihelden "Hinnarik" (2010) und der erste grönländische Horrorfilm "Qaqqat Alanngui" ("Shadows in the Mountains", 2011).

Ein weiterer Schwerpunkt ist aktuellen Dokumentarfilmen gewidmet, die Grönlands internationale Verflechtungen aufzeigen: "Echoes" (2010) zeichnet die Spuren des Kalten Kriegs in Ostgrönland nach, "Silent Snow" (2011) sucht nach dem Ursprung der Pestizide im grönländischen Eis und "Aulahuliat" ("Moving Pictures", 2003) erinnert an die Zwangsumsiedlung der Bewohner von Thule.

Eine kleine Retrospektive bietet die Möglichkeit, (Wieder-)Entdeckungen der deutschen und dänischen Filmgeschichte aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu machen, die bereits sehr früh einen Blick nach Grönland wagten.

Zur Eröffnung werden die grönländische Schauspielerin und Erzählerin Makka Kleist und die Künstlerin Julie Edel Hardenberg mit ihrer Ausstellung im Foyer Sapiitsut/Heroes anwesend sein.

Am Abschlussabend lädt Greenland Eyes zu einem Konzert der grönländischen Singer-Songwriterin Nive Nielsen und ihrer Band The Deer Children ins .HBC am Alexanderplatz ein, visuell begleitet von der Filminstallation "On the Earth" (Ariane Michel, 2005).

Mehr Informationen über das Filmfestival und die Filme gibt es auf der offiziellen Homepage.