Mittwoch, 27. März 2013

63. Berlinale: Weder Gold noch Silber für "Gold" von Thomas Arslan

Von den Berlinale-Korrespondenten Peer Kling & Elisabeth Niggemann

GOLD ist ein später "Western", der in Kanada im Sommer 1898 spielt. Eine Gruppe deutscher Einwanderer macht sich mit Planwagen, Packpferden und wenigen Habseligkeiten auf den Weg in den hohen Norden Amerikas. In Ashcroft, der letzten Bahnstation brechen die sieben Teilnehmer/innen auf. Voller Illusionen und auch ohne wirkliche Alternativen wollen sie ihr Glück und eine bessere Zukunft in Dawson suchen. Sie haben keine Ahnung welche Strapazen und Gefahren sie auf den 2500 Kilometer langen Reise erwarten. Der Anführer entpuppt sich als Prahlhans und Aufschneider, der vor allem seinen eigenen Profit im Sinne hat. Seine Ortskenntnis war vorgetäuscht und so zerren Unsicherheit, Kälte und Erschöpfung an den Nerven der Männer und Frauen. Der Konflikt eskaliert...

Der 1962 in Braunschweig geborene "GOLD"-Regisseur Thomas Arslan bei der Pressekonferenz in Berlin. Der Sohn eines türkischen Vaters und einer deutschen Mutter ist in Essen aufgewachsen, ging dann in Ankara zur Schule, kehrte aber danach wieder nach Essen zurück. Von 1986 bis 1992 studierte er Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin. Seit 1992 arbeitet er als Filmemacher, Drehbuchautor, Regisseur und auch als Dozent. Bekannt geworden ist er durch die Trilogie über das Leben von Jugendlichen und jungen Erwachsenen türkischer Herkunft in Deutschland. "Geschwister - Kardesler" (1996), "Dealer" (1999) und "Der schöne Tag" (2001) lauten die Einzeltitel.
Bekannt von ihm sind auch die Filme: IM SCHATTEN, DER SCHÖNE TAG und FERIEN. (Foto: Peer Kling)


Der Schauspieler Lars Rudolph war schon 1998 als Herr Kruse in Lola rennt dabei. Da ging es um viel Geld. In GOLD verkörpert er den verschrobenen Joseph Rossmann. (Foto: Peer Kling)


Uwe Bohm ist in GOLD als der geborene Unglückrabe Gustav Müller auf der Suche nach dem Edelmetall. (Foto: Peer Kling)


Marko Mandic, hier auf der Pressekonferenz spielt den pfiffigen Carl Böhmer. Er kommt erst so richtig zum Zuge, wenn viele der Mitstreiter schon fortgeschritten sind in dem bösen "Zehn kleine -darf man nicht mehr sagen-Spiel" "Dann waren es nur noch..."


Nina Hoss in der Hauptrolle der Emily Meyer in GOLD. Im Film als starke Frau unterwegs. Aber leider war sie zur Pressekonferenz krank und fehlte auf dem Podium. Nina Hoss hat schon auf der Berlinale 2012 mit BARBARA Furore gemacht. Ihre bekanntesten Filmrollen sind: Die WEISSE MASSAI, WOLFSBURG, YELLA und JERICHO. (Foto: Verleih)

Wenn GOLD auch leer ausging, so möchten wir den Film doch als sehenswerte Studie empfehlen, die den sozialen Nöten von Neuanfängern empfindsam nachspürt. Bewegend, mitreißend und spannend.