Dienstag, 13. März 2012

Berlinale 2012: Gedenken an Theo Angelopoulos und Vadim Glowna

Berlinale 2012
: Gedenken an Theo Angelopoulos und Vadim Glowna

von Peer Kling & Elisabeth Niggemann




Die Quadratur der Vergangenheit mal Klammer auf Fellini plus Tarkowski, 
Klammer zu, multipliziert mit der Quadratwurzel aus Tristesse plus Hoff-
nung, was ist das? Trauer um Theo Angelopoulos (
Szenenbild aus: "Eleni – Die Erde weint" von Theo Angelopoulos)




Mit Theo Angelopoulos und Vadim Glowna sind erst kürzlich zwei Persönlichkeiten von uns gegangen, die eng mit der Berlinale verknüpft sind. Die Wiederholung des in Deutschland wenig gezeigten Meisterwerkes "Eleni - Die Erde weint" wurde seinem Schöpfer "ENGEL-Opoulos" zum eigenen Requiem. Für solch eine bewegende Sondervorführung mit Ansprachen enger Weggefährten in tiefer Nacht verpasst man auch gerne die letzte S-Bahn.
Angelopoulos war zuletzt 2009 mit "The Dust of Time" bei der Berlinale vertreten. Bei den Dreharbeiten zu seinem Filmprojekt zum Thema griechische Finanzkrise "Das andere Meer" wurde er von einem Motorradfahrer angefahren und erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Rolf Breiner schreibt auf der Schweizer Internet-Seite Cineman: "Theo Angelopoulos ist ein Maler des Kinos, ein Komponist der großen Gesten, der Räume, die Menschen durchkreuzen, und der verhaltenen Gefühle. Seine Bilder setzen sich über Geschichte und Dramaturgie hinweg, die bisweilen unlogisch, sprunghaft und im letzten Drittel wenig schlüssig scheinen. Die Zeitgeschichte bleibt Randerscheinung und wird zum Fragment. Gleichwohl schuf Theo Angelopoulos mit «Eleni - die Erde weint» sein bewegendstes, tiefgreifendstes, bildstärkstes Epos. Ein elegisches Meisterwerk von 170 Minuten Länge, das szenenweise an Fellini und Tarkowski erinnert. Die Bilanz eines schrecklichen Jahrhunderts …"

Im Gedenken an den u.a. als Jurymitglied eng mit der Berlinale verbundenen deutschen Charakterdarsteller und Regisseur Vadim Glowna wurde sein Regiedebüt "Desperado City" in einer Sondervorführung innerhalb der Reihe "Berlinale goes Kiez" gezeigt.